Ich will nach Hause

Unsere Zeit auf dem Rittergut neigt sich dem Ende zu. Wir erleben hier eine richtig gute Zeit und alle sind sehr zufrieden. Wovon ich im letzen Artikel noch nicht schrieb, ist, dass Andrés Sohn während unserer Zeit auf dem Gutshof zu uns kommt (und auch die nächste Etappe mitfährt). Er ist wie Jonathan 14 Jahre alt und ich bin aufgeregt ihn kennenzulernen und uns alle als Gesamtheit und große Familie zu erspüren und zu erleben. Es fühlt sich schön an, ihn zu begrüßen. Jona und er verstehen sich auf Anhieb. Zu meinem Missfallen tauschen sie sich viel über Handy-Spiele aus. Abends initiieren wir eine Familienrunde, bei der jeder sagt, was ihm an diesem Tag gefallen hat und was nicht und was er sich für den kommenden Tag wünscht. Das schafft eine schöne Nähe zu- und miteinander, weil jeder jeden sieht mit dem, was ihn/sie beschäftigt und bewegt.

Die Jungs haben enge Kameradschaft mit Lancelot, dem Sohn des Freiherrn, geschlossen und starten die lustigsten Aktionen zusammen. So zum Beispiel das Kranschaukeln. Im Hinterhof steht ein großer Kran für die Neu- und Umbauten am Rittergut. Der Vater von Lancelot fährt den langen Kranarm über das Dach hinweg zur Hofinnenseite. Die Jungs befestigen lange Gurte an dem Kranhaken, die beinahe bis zum Boden reichen, setzen sich dann in die Gurte, nehmen Anlauf und schaukeln in weitem Bogen über den Innenhof. Das ist ein so mega cooles Erlebnis für die drei.

Am letzten Tag entdecken André und ich beim Spaziergang um das Gut am hinteren Schuppen ein unbeaufsichtigtes Feuer, das erst noch klein flammend lodert, schnell jedoch größer wird. Niemand ist in der Nähe zu sehen. Ich rufe den Gutsherren an. Die Flammen schlagen am Holzschuppen hoch. Ich informiere dann auch die Feuerwehr. André ruft die Jungs an und sie eilen direkt mit Feuerlöschern aus dem Gut herbei und beginnen diese auf das Feuer zu richten. Die älteren Brüder von Lancelot sind nun auch da und helfen mit. Dann kommt die Feuerwehr mit drei Einsatzfahrzeugen und eine Menge schwer uniformierter Feuerwehrmänner. Sie löschen den Brand und stellen sicher, dass der Brandherd abgekühlt ist. Erneut ein aufregendes Erlebnis für uns alle.

Der Abschied hier ist herzlich und kurz. Wir packen wieder unglaublich viel Zeug zusammen und möchten diesen Ort gerne einmal wieder besuchen. Dann radeln wir los. Bis ich tatsächlich einmal unterwegs bin, fällt es mir oft nicht so leicht mich zu lösen. Vieles in mir wäre gerne dort geblieben. Doch einmal erst unterwegs zu sein, beflügelt mich wieder und erfreut mein Herz in Erwartung dessen, was uns als nächstes bevorsteht.

Im Verlauf dieser Reise lässt jedoch auch dieses Gefühl der Aufbruchseuphorie nach und ich sehne mich bei all dem Neuen danach, an einem Ort wirklich zu Hause zu sein. Ein Ort, der mir Halt, Kraft und Geborgenheit gibt, wo ich mich in Gänze angekommen, wohl und eins fühle. Seit unserem ersten Tag des Aufbruchs, fragen die Mädchen immer mal wieder nach zu Hause. Und ich frage mich, wo das ist. Mein Zuhause. Ich hatte bisher wunderschöne Begegnungen und tolle Erlebnisse, doch liegt auch eine schwere in all dem Krimskrams, das ich durch die Gegend fahre, dem Verweilen und immer wieder neue Gegebenheiten zu öffnen.

Es war teils sehr anstrengend und ermüdend für mich, immer wieder neu aufzubrechen. Hin und wieder stelle ich mir die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser Reise. Dieses Gefühl, Zweifel und Unmut wurden in wenigen Tagen noch größer in mir. Doch erst erleben wir noch eine sehr schöne Zeit bei einer lustigen, lieben Familie mit Selbstversorgergarten, bei denen wir in der Ferienwohnung unterkommen und im Garten mithelfen.

Auch hier machen wir abends alle zusammen mit der Gastgeberfamilie unser Abendritual. Dies schafft eine schönes Gemeinschaftsgefühl. Ich erlebe hier zweimal eine bewegende, fröhliche Frauenzeit mit der Gastgebermama und einer Freundin von ihr aus dem Dorf. Wir gärtnern, machen eine Wanderung, Rohkosttorte, färben Eier mit Zwiebelschalen, die Kinder verkleiden sich. Hier taucht auch das Gefühl in mir auf, als Familie komplett zu sein und ich erfreue mich an unseren 4 Kindern und unserer Zweisamkeit. 

André wird am Sonntag nach Hamburg fahren. Er schaut nach Rückverbindungen mit der Bahn und erhält zweimal eine Fehlermeldung. Ich wünsche, dass er bleibt und mein Herz schmerzt bei dem Gedanken, dass er nach Hause fährt. Er wird es tun, denn eine Aufgabe wartet dort auf ihn und ich weiß um deren Wichtigkeit und Bedeutsamkeit. 

Die Tage hier im Garten sind bereichernd. André füttert mich immerzu mit verschiedensten Wildkräutern. Das gefällt mir richtig gut. Ihn so in der Verbindung zur Natur zu sehen und das er so wissentlich, bewusst mit dem Wildpflanzen ist, imponiert mir sehr. Ich beobachte ihn innerlich mit Freude erfüllt, wie er dem Gastgeberpapa seine Wildkräuterkentnisse weitergibt und achtsam im Garten Pflanzen berührt, pflückt, selbst isst oder mir sie liebevoll darreicht und mich damit füttert. Wir scherzen und lachen allesamt viel, die Stimmung und das Gemüt sind freudig und gelöst.

Eines begleitet unsere Familienzeit hier jedoch und trübt ein Miteinandersein in Leichtigkeit: Der Medienkonsum unserer Söhne. Die beiden sind wirklich großartige Jungs, voller Verspieltheit, Wildheit, Offenheit und der Bereitschaft sich einzubringen und mitzumachen. Ihr Einsatz bei der Gartenarbeit war beeindruckend. Neben alldem verbringen sie viel Zeit an ihren Handys, um dort Spiele zu zocken.

Mein Empfinden ist, dass dies ihren Geist vergiftet. Bei mir und den Mädchen nehme ich das ebenfalls wahr. Boah, gehen die ab, wenn sie einen Film schauen, der dann zu Ende ist und es darum geht, das Gerät auszuschalten. Zu Hause – also da, wo wir unsere Reise gestartet haben und bisher zu Hause waren (wieso verbinde ich dies noch mit Zuhause, wo ich mich doch bewusst davon lösen will?), haben wir keinen Fernseher und dies aus gutem Grund.

Auch unsere Gastgeberfamilie hat keinen Fernseher und ich unterhalte mich mit der Mama lange über die Gehirnentwicklung von (kleinen) Kindern. Wir sind uns so einig über Medienkonsum und welch Irritation Filme auf die Realitätswahrnehmung ausüben und bewirken. Die Kinder sind alle nach Beendigung eines Filmes oder Spiels nicht mehr sie selbst und haben kein sehr gutes Gespür mehr zu sich selbst. Sie sind sich selbst fremd. Wenn Jona das Handy ausmacht ist er anschließend eine Weile lang so maulig, uneins, desinteressiert, launisch und findet keinen Bezug zu dem, was tatsächlich um ihn herum ist. Er ist dann gar nicht richtig da und noch in seinen Scheinwelten, in denen er gelebt wird, statt selbst sich zu leben, hängen geblieben. Diese Abstumpfung hält dann stets eine Zeitlang an und es dauert eine Weile, bis er entgiftet und sich wieder öffnet und klärt.

Beide Jungs wirken auf mich stumpf und verschlossen, der Geist abgeschaltet, denn andere Mechanismen lenken sie und nehmen sie ein. Durch das viele zocken leben wir aneinander vorbei und distanzieren uns. Mich macht es traurig zu sehen, wie die beiden abdriften und nicht wissen, was sie mit sich selbst sonst noch anfangen können. Ihre kindliche Freude wird abgeschnitten und ihr Kreativitätssinn benebelt. Wenn das Handy lange aus ist und bleibt, werden sie im Hier und Jetzt kreativ mit ihren Potentialen, ihrer Verspieltheit, ihren Ideen und den Möglichkeiten, die in ihnen liegen. Ihr Geist wird wach und aktiv und lebendig. Sie sind präsenter, nehmen teil, zeigen sich, strahlen und ihre Wesen sind sicht- und fühlbar. Ich wünsche für ein jedes Kinderwesen, dass es aus sich selbst wachsen und agieren, leben und sein darf. Ich wünsche und sehe geistige, freie, gesunde Kraftentfaltung. Meine Kinder bewusst medienkonsumfrei zu begleiten und sie als unabhängig davon zu erfahren und zu spüren ist mir eine Freude. 

Die Schatten unserer Reise möchte ich hier hervorheben und euch daran teilhaben lassen. Kürzlich schrieb mir eine liebe Frau, dass sie alles Licht keinem abkaufe. So möchte ich euch davon schreiben, was Unlichtes, Schweres, Herausforderndes passiert. Die Jungs, wie sie viel Zeit selbstgewählt am Handy verbringen, die maulenden Mädchen nach einem Zuhause und vor allem Jolie, die eine sehr provozierende und umkooperative Haltung uns gegenüber einnimmt, machen mir zu schaffen. Zudem das viele Gepäck, das mein Rad und den Anhänger schwermachen, mich nur langsam vorankommen lassen, den Akku des Rades schnell leeren. Ständig ein- und auszupacken, ist ein weiterer Punkt auf der Liste unschöner Gegebenheiten dieser Reise.

Wie gehe ich und wie gehen wir damit um? André ist so geduldig und wir sprechen viel darüber. Er begegnet Jolie sehr offen, zugewandt, obwohl ihn die Lautstärke von Jolie sichtlich anstrengt und und in den Ohren wehtut – mich übrigens auch.  Wir reflektieren und ich gehe emotional immer wieder in das Gefühl der Kinder hinein (das oft ein Spiegel meines Gefühlszustandes ist). Ich sehe und erkenne dabei, dass nie das Kind oder sein Verhalten das Problem sind, sondern ein Zeichen dessen, dass etwas im Ungleichgewicht ist. Oft in mir, was ich dann wiederum an das Sein mit den Kindern herantrage.

Ich spüre, dass Jolie sich nicht gehört fühlt und daher laut wird, dass wir auf dieser Reise wenig Raum haben (oder uns genommen haben), um intensiv zuzuhören und mit ihr zu sein. André ist ihrem Wesen zugewandt und erforscht im Human Design und im kontinuierlichen Ihr-auf-Augenhöhe-Begegnen ihre Wesensart. Ich finde es bewundernswert, wie sehr er sie erkennt und sieht, ob dessen ihr Verhalten so verletzend ihm gegenüber ist. Er sieht ebenso sich selbst als Spiegel und reflektiert Verhaltensmuster, die an ihn in seiner Kindheit herangetragen wurden. Im Grunde macht Jolie uns mit alldem ein großes Geschenk.

So widerfahren und erleben wir miteinander auch Dinge, die uns an unsere Grenzen führen und unsere Nerven testen, in denen wir zuerst einmal mit unseren Schatten konfrontiert sind und werden. Schlussendlich können wir uns gerade im Angesicht unseres Schatten entscheiden: Lebe ich den Schatten weiter aus oder lebe ich durch und mit und gerade wegen ihm mein inneres Licht? 

Und dann ist der Tag des Abschiedes gekommen. In mir war einige Tage zuvor schon ein Unwohlsein bei dem Gefühl, dass wir in unterschiedliche Richtungen weiter fahren. Als André und ich uns voneinander verabschieden, radele ich allein mit meinen Kindern zum Bahnhof und nach Bayern zu einem Waldgarten-Institut. Ich fühle mich antriebslos und leer. Ich stelle die Sinnhaftigkeit dieser Reise (erneut) in Frage und beginne, nach einer bissigen Auseinandersetzung im Edeka mit dem Marktleiter und einer Kundin, am Bahnhof zu weinen. Ich will nach Hause – aber wo ist das?

3 Wochen lang bin ich bereits unterwegs und es war so sehr schön, abenteuerlich und herausfordernd. Es gab verschiedene Orte, Begegnungen, Erlebnisse, die mich innerlich alle bereichern, doch Ziel der Reise ist es, unsere Lichtinsel zu finden. In mir ist viel Unmut darüber, dass ich durch verbaute Landschaften fahre mit konventioneller Landwirtschaft und Häusern, die das Umfeld und die Natur ausschließen, statt die wunderschöne Natur zu integrieren.

Das Bild, das ich in mir trage, wie ich zu leben wünsche, habe ich unterwegs nur in geringen Teilen und Aspekten gesehen. Gerade steigen Zweifel in mir auf und es stellt sich Unmut ein. Zuhause, wo ist das? In mir? Wenn ich in mir Zuhause sein kann, wieso stößt es mich dann so sehr ab von diesem blöden Regensburger Bahnhof, von engen Städten und Straßen? Wieso zieht es mich so sehr hin zu einer gelebten, zentrierten, freien, autarken NatURverbindung und wieso leben dies so wenige Menschen? Wo wird dies bereits gelebt und wie gelange ich dort hin? Ein Ort, der mir Halt, Kraft und Geborgenheit gibt, wo ich mich in Gänze angekommen, wohl und eins fühle. Ich weiß, tief in mir, dass es nur darum geht, weiter auf mein Herz zu vertrauen. Es führt mich zu genau dem! Es ist da! Ich fühle es! 

Und im außen kann ich es nicht finden wenn es auch nicht bereits in mir ist. Was man im außen sucht, sucht man im inneren und da ich es suche, weiß ich, dass es das gibt, ergo ist es schon da. Ich fühle mich in diesen ersten Tagen nach dem Abschied von André einfach so haltlos und leer, dass dieser Zustand mir zeigt, wie sehr ich mit ihm sein und leben will. Ich spüre, dass unser Zusammen Sein mein Zuhause ist und ich mich darin und damit zuhause fühle und bin. 

Ich möchte euch noch von dem Erlebnis in dem Edeka erzählen. Ich gehe mit den Mädchen in den Markt hinein und treffe sogleich in der Obstabteilung, direkt hinter dem Eingang, auf den Marktleiter, der mich nach einer Maske fragt. Ich sage ihm, dass ich maskenbefreit bin. Er schüttelt den Kopf und bittet mich hinaus. Ich, bereits total von diesem anstrengenden Tag angenervt und nicht in meiner Mitte, fahre ihn bissig an, dass sein Verhalten diskriminierend sei und notiere mir seinen Namen. Er geht nicht im geringsten auf meine Argumentation ein, sondern wiederholt nur, dass er keinen ohne Maske hereinlässt und dies eine Anweisung von oben sei – er selbst könne nichts machen.

Was für eine Entmündigung und Selbstaufgabe! Mir tut er fast schon leid. Denn er folgt tatsächlich nicht dem, was in ihm liegt, was er selbst fühlt, sondern ist ein Ausführender anderer. Ich drehe mich von ihm, der sich selbst nicht fühlt und lebt, weg und bin dabei den Laden zu verlassen, da spricht mich der Mann unmittelbar im Eingang stehend an und weist mich an nur in die eine Richtung aus dem Laden zu gehen, nämlich ganz hindurch. Echt jetzt? Ich blicke ihn nur kalt an und sage bestimmt: Ich gehe HIER raus! Eine Frau mischt sich ein und sagt schnippisch: Und außerdem tragen sie keine Maske. Boah, ernsthaft ? Ihre Auffassungsgabe ist so feinsinnig und ich bluffe sie an: Ja, stimmt, und sie tragen eine, wer ist also die Doofe? (Ich möchte hier niemand zu nahe treten und es kann jeder entscheiden, womit er sich selbst wohlfühlt. Meinerseits möchte ich mich auf keine Seite stellen und irgendein Dogma nähren oder schaffen. Dennoch war ihre Bemerkung einfach an diesem Tag der Tropfen, der mein Fass überlaufen ließ, und so richtete ich meine Wut, Traurigkeit, Zweifel und alles an aufgeladenen Gefühlen an sie.) 

Mich schockiert es, dass es Menschen gibt, die so entrückt zu sein scheinen, so weit ab von dem, was sie selbst leben und tun möchten, so weit ab von dem, wer sie sind und sein wollen. Viele wollen möglicherweise gerade genau das erfahren, diese Abgeschnittenheit von sich selbst und auch dies ist eine Aufgabe deren Wichtigkeit ich nicht mindern will. Sie erinnern mich daran, wer ich sein will, wie ich leben will. Ich frage mich dennoch, wie es sein kann, so sehr zu entrücken von seinem Licht und Leuchten. Gerade WEIL ich selbst davon erfahre und in mir viel davon liegt, nähre ich immer mehr und mehr das in mir liegende Licht und die Liebe. Es ist dies eine – meine – Entscheidung. Ich habe jeden Tag, jeden Augenblick die Wahl.

Während ich hier am frühen Morgen an unserem Zeltplatz in Straubing sitze und mich Sonnenstrahlen begrüßen und seicht erwärmen und vollends beglücken, gesellt sich kurz ein Fasan zu mir und schreitet unweit des riesigen Weges entlang. Ich blicke auf das Wasser vor mir. Ich glaube es ist die Donau und bemerke ihren gradlinigen Verlauf. Ich fühle den wilden Bach, zu dem wir kürzlich wanderten und sinne über Urquellen in uns nach und über wild fließendes und gradliniges, in Bahnen gelenktes und kontrolliertes Gewässer. 

Ich erhalte durch all den Unmut, der in mir liegt, wieder eine Perspektive. Ich werde André schon bald wiedersehen und ich fühle ihn so sehr und er ist mir so viel näher, als ich erahne. Meine Traurigkeit zeigt mir mehr, wie stark und groß der Wunsch ist, mit ihm (und anderen) an einem lichtvollen Ort zu sein, zu leben, zu schöpfen, zu wachsen und zu kreieren. Als ich den Fokus darauf lege und erneut meinem Herzimpuls folge (obwohl mein Kopf andere Geschichten erzählt), öffnet sich wieder eine neue Tür, die mich sicher und geerdet und erfüllt fühlen lässt, durch die ich gehen mag, um weiter zu inspirieren, zu fließen und zu wachsen. Mit meinen Schatten. 

Wenn es Menschen gibt, die entscheiden, sich ihrem Schatten hinzugeben, so kann ich entscheiden, mich mit meinem Schatten dem Licht hinzugeben. 

Wildes Wasser fließt schlängelnd, gurgelnd, brausend, lebendig, wild, plätschernd, erzählend, weich,… Fließe auch Du mit und aus deiner wild-weiblichen Urquelle! Diese Reise zeigt mir insbesondere den wild-weiblichen Weg des tänzerischen, leichten und kraftvollen fließens! 

Und so folge ich fließend dem, was mein Herz mir sagt und fahre per Bahn zurück nach Mecklenburg Vorpommern, wo ich vor 3 Wochen startete. In meinem Kopf sind Geschichten und Blockaden die mir versuchen zu erzählen, doch weiter zu machen ( als sei dies ein Abbruch oder Versagen, dabei ist es nie ein versagen dem Herzen zu vertrauen ). Mein Rad, der Anhänger und unser Equipment bleiben hier vor Ort in Bayern und ich werde bald wieder hierher zurück fahren um in einem Waldgarteninstitut mit zu gestalten und dann weiter zu radeln, Gemeinschaften zu besuchen, Lichtinseln zu entdecken, abenteurig und intuitiv zu sein ( eine weitere Einladung ist eingetrudelt und wir besuchen zu Beltaine eine zauberhafte Gemeinschaft bei Bamberg ). Als ich in Bickhusen ankomme, passiert etwas unsagbar erstaunliches und magisches: IN mir ist eine Euphorie und geballte Freude und das Gefühl von Nach Hause kommen ( Oh, wie schön ist Panama- kennt ihr diese liebliche Geschichte vom kleinen Tiger und Bären, die ein Zuhause suchen, gemeinsam aufbrechen und dann an dem Ursprungsort landen und sich dort ganz wohl fühlen? ). Doch da ist noch etwas: Denn dieses Gefühl löst dieser Ort hier zwar aus, doch ist es nicht im wesentlichen mit diesem Ort verbunden, sondern fließt energetisch als Ausrichtung dem Ort zu, der wahrhaft unser neues Zuhause ist- und ich nehme ihn durch die Ankunft hier und das Nachhausekommen – Gefühl so überdeutlich war- er IST ganz nah! Ich werde schwungvoll und habe eine Energie, die mich innerlich fast zerplatzen lässt, es durchströmt mich mit purem Enthusiasmus, echter Freude und Herzhüpfen, mir ist zum jubeln und tanzen zumute und genau das tue ich auch. Ich schwinge tänzerisch, jauchzend, beglückt vom Leben getragen über die Wiese um mich herum wird der Frühling wach und die Sonne lacht mit mir. 

Lichtvolle, herzerfüllte Grüße 

Anna-Verena 

Meine Reise

Die Radreise beginnt bei Boizenburg an der Elbe und führt uns zunächst ins Elbsandsteingebirge. Von dort aus radeln wir dann weiter südlich, eventuell nach Griechenland, Rumänien oder Italien (wir lassen uns leiten von unseren Begegnungen und Intuition). Mit der Reise beginnt ein Lösen von Altem und ein mutiger Sprung, um zu erforschen, was das Leben bereit hält und welche Türen sich öffnen! Wir möchten auf unserer Route gerne Gemeinschaften und/oder alternativ gesinnte Menschen treffen. Falls Du Dich angesprochen fühlst oder eine Empfehlung hast, wo wir mal Halt machen können, schreib uns gern!