Menstruationsmagie

Ich habe dieses Muster X (Beispiele siehe unten) und fühle, wie es mich schwächt, mich entzweit und in einem Strudel hinab zieht. (Ein Strudel hat nur dann die Macht, Dich zu schwächen, wenn Du dagegen ankämpfst und Dich nicht hingibst. Schwimmst Du jedoch mit dem Sog hinab, gelangst Du an den Grund wo er ganz schwach ist, und Du kannst zur Seite weg und wieder hinauf tauchen). Ich gebe das Muster in das magische Feld des Menstruierens, in den tiefen Reinigungsprozess, der auf allen Ebenen und Feldern wirkt und greift – ganzheitlich, verbindend, loslassend -, und lasse diese Themen emotional und geistig beim Bluten reinigen. Möglicherweise ist genau das die Art der Reinigung, wie sie im Ursprung vorgesehen war. Wir haben im Laufe der Zeit einige Ebenen und Felder vergessen zu reinigen und so hängen wir in den Seilen von Schmerz und Trägheit, wenn wir zu bluten beginnen, weil wir nur diese oder jene Aspekte des tiefen Reinigungsprozesses schauen und fühlen, zum Beispiel nur den des physischen Körpers. Dabei will unsere Urweiblichkeit sich durch alle Felder, Ebenen und Körper hindurch reinigen. Wir haben den Zugang dazu verbaut, abgeschnitten, vergessen.

Mich selbst zu erkennen und meiner Intuition zu folgen offenbart mir Wissen, Wahrheit und Weisheit, die allzeit und immer in mir zu finden sind. Zusätzlich stelle ich eine Affirmation auf und vereine mich in lebendiger Liebe sexuell, körperlich, lustvoll, hingebend, ekstasich mit André, sodass alles Lebendige (was er mit meiner Affirmation und seinem Samen in mich trägt und sät) wurzeln kann, um neu zu erblühen und aufzugehen. Zugleich wird es mit allem, was ich loslasse, in mir vereint. Dinge, die mir nicht mehr dienlich sind, sterben und mein Blut spült mich frei. Ich blute die abgestorbenen Bestandteile aus.

Alles Lebendige ist mit allem Toten in Vereinigung. Ich lasse etwas los, es stirbt und zeitgleich nimmt etwas Neues, Lebendiges, ganzheitlich Liebendes seinen Platz ein. Wo der Boden frei geworden ist, wird etwas Neues gesät. Auf der physisch körperlichen Ebene geschieht dies durch die sexuelle Vereinigung und dem Menstruieren. Zur gleichen Zeit lässt mein Körper / lassem meine Körper etwas Altes gehen. Ich blute UND ich nehme etwas Neues, Lebendiges – Andrés Samen – auf. Dieser zutiefst sinnliche Reinigungsprozess wird getragen und gehalten durch Bewusstheit, die durch alle Körper fließt, unsere Intimität und Liebe. 

Das (männliche) Nichts hält das (weibliche) Alles.
Ich will alles, ich bin alles und bewege alles.
Der Raum, in dem dies geschehen kann, ist der männlich haltende, tragende, tiefe Raum des Nichts.

Ohnehin ist gerade jetzt die Zeit des Herbst, die mir deutlich zeigt, wie eng Leben und Tod miteinander verwoben sind und wie nah sie sich stehen. Ein Fohlen von uns stirbt, die Blätter fallen von den Bäumen, in mir sind vermehrt Prozesse des sich von etwas Lösens… und auf der anderen Seite schaue ich die Fülle der Ernte: Wir haben Quitten, Sanddorn, Birnen, Pilze und Walnüsse geernet und gesammelt. Die Fülle des Dankes, das bunte Farbenspiel der Blätter, das ein großes Fest feiert. Niemals sonst im Jahr stehen sich die Tristheit des aufkommenden Nebels, dunkle, nasskalt verregnete Tage und das lebendige, frohbunte Farbenspiel der Fülle und Ernte so nah. Diese Fülle beinhaltet die Tristheit, ist doch das bunte Kleid der Bäume Zeichen für Vergänglichkeit, denn bald lösen sie sich und tanzen ihren letzten Freudentanz im nasskaltem Wind, während sie zu Boden sinken, um dort zu neuem Nährboden für Lebendiges zu werden.

So spüre ich in alldem den großen Kreislauf des Lebens. Ist in Dir bereits Besinnlichkeit, Dank und innerer Friede gekehrt? Mir geht es zum Jahresende immer so, dass ich mich sehr in meiner Mitte zentriere und tiefer in mir selbst ankomme. Vieles im Außen löst sich und innere Prozesse steigen vermehrt auf. Auch verbinde ich mich in dieser Zeit mit meinen Ahnen und Hütern und habe ein großes Bedürfnis danach, mit meiner Familie und meinen liebsten Menschen eng zusammen zu sein (wie ich gerade meine Oma vermisse!).

Wie verbringst Du die Herbsttage. Zelebrierst du etwas Besonderes? Wie verbringst du Samhain? Berühren dich Jahreskreisfeste und Rituale oder resoniert da nichts bei Dir? Samhain werden wir groß feiern und auch auf ein bevorstehendes Lichterfest Mitte November freue ich mich voll (ich bin gerade so in Feststimmung!). Unser Leben sei ein Fest des immerwährenden Wandels! Beinah der ganze Herbst ist erfüllt von Festlichkeit (Ernte, Farbenspiel, Innenschau/Innenkehr, Entschleunigung, schöne Begegnungen, mystischer Nebel in feuchtsatten Wiesen, bezaubernde Menschen um uns, neue Projekte und auch alte, die gerade final umgesetzt werden…. alles läuft gerade so rasant und doch so langsam, als schaute ich manchmal nur von außen zu. In mir breiten sich Friede, Dank und Liebe aus. 

Muster X Beispiele (beide hier aufgeführten Themen bzw. Muster schwappten in mir auf kurz vor und während der Blutung und ich begegnete mir und dem jeweiligen Muster auf die oben beschriebene Weise gänzlich bewusst, annehmend und entschied mich für bedingungslose Selbst-Liebe).

  • Eifersucht

Wir sind auf einem Rohkosttreffen und ich spüre sofort, dass die Exfreundin von André den Raum betritt. Es wird in mir eng. Ich bin aufgeregt und unkonzentriert. Schon als meine Freundin Fanny mir wenige Tage zuvor schreibt und mich fragt, ob sie sie einladen soll, spüre ich: Hier ist ein Feld der Heilung, Vervollkommnung und Lösung für mich. Erst will ich ihr schreiben, dass sie lieber nicht kommen soll, denn wozu soll ich ihr begegnen? Dann schwanke ich um zu Unberührtheit, will lässig und cool schreiben, dass es mich nicht berührt und sie kommen kann. Doch das stimmt nicht. Es macht etwas mit mir. So spreche ich Fanny eine Nachricht auf, dass ich ihr danke, dass sie an mich denkt, ich dazu jedoch nichts sagen kann und ihr es überlasse ihren Impulsen zu folgen. In dem Moment öffne ich mich für mich selbst und vertraue mir in jeder Situation bei mir und in der Liebe zu sein.

Dennoch bin ich aufgeregt denke wenige Tage vorher daran, dass sie vielleicht kommt, wie ich mich verhalte und es nimmt mich ein. Als sie da ist, bin ich wie herausgerissen aus dem Gespräch, dem ich gerade noch begeistert und aufmerksam folgte (über Quantenfelder und Wahrnehmung). Plötzlich, als würde er mich darin sehen und fühlen, wie es mir geht (bestimmt tut er das auch), wird die Atmung Gesprächsthema: „Wenn ich tief atme, dann schwindet meine Angst. Angst hat immer eine flache Atmung. Liebe und Vertrauen stellen sich bei tiefer Atmung ein.“ Das passt ja on point!

Ich atme tief und es tut mir sofort gut. Dann trommelt der Veranstalter uns zu einer Begrüßungsrunde zusammen. André, der zuerst an anderer Stelle im Kreis steht, geht auf mich zu, stellt sich neben mich und legt seinen Arm um mich. Ich fühle mich so gehalten in diesem Augenblick und habe das Gefühl, dass er stolz ist, dass ich sein Weibchen bin. So, als wollte er sich vor allen mit mir zeigen, und ich verspüre etwas Starkes, Verbindendes, Würdevolles und fühle, wie er zu mir steht (trotz oder gerade in meinem sich gerade wandelnden Schmerz). Ich fühle mich erleichtert.

Am Buffet steht Karola hinter mir. Da kommt André zu uns und macht uns miteinander bekannt. Ein kurzes Gefühl der Beklommenheit schwappt in mir hoch. (Ey, woher kommt dieser ganze Mist und Ballast eigentlich?) Ich entscheide mich, in diesem Moment mich selbst zu lieben und sie auch in Liebe in mein Herz zu nehmen. So schwindet das beengte Gefühl und ich komme bei mir an. Ich fühle mich heil.
Später sitzen wir alle zusammen am Tisch und haben vertraute Gespräche. Karola und ich unterhalten uns. André sitzt zeitweise mit bei uns am Tisch und wir sind zu dritt. Auch das fühlt sich gut an. Wir haben eine leichte, offene Verbundenheit und erfreuen uns an dem gemeinsamen Austausch.

Ich bin dankbar, dass ich so viel Mut habe, situativ so weit in Eigenverantwortlichkeit zu gehen, mich ganz selbst zu schauen und zu fühlen mit allem, was da ist, es nicht ins Außen zu projezieren, sondern in mir selbst neue Entscheidungen und Haltungen zu etablieren (alleine war ich dabei ja nicht, die Menschen um mich haben dies mit gehalten und geheilt). Sara sagte im Nachhinein zu mir, dass André vielleicht die Situation so erzeugt hat im Harz, damit ich meine Schatten noch schauen durfte und gehen lassen konnte.

  • Erwartung/Anforderung

Ich fühle mich abgelehnt und nicht angenommen. Ich bringe das dadurch zum Ausdruck, dass ich maulig, unzufrieden und nicht in meiner Mitte bin. Ich projeziere meine innere Disbalance auf mein äußeres Umfeld und meinen Mann: Ich will keine Wochenendbeziehung und lege mich darauf fest, dass André sich weniger den Dingen widmet, die ich ihm zum Korrektur lesen schicke, sehe dass er dies und jenes nicht in den gemeinsamen Raum und zur Manifestation gibt, z.B gemeinsames Wohnen, Beiträge/Artikel für Werbung gestalten, etc.

Am frühen Morgen sitze ich frisch geduscht mit einem Glas selbstgemachten Kefir von André in seiner Küche. Als ich gestern zu ihm herfuhr war ich erschöpft (zuvor 3 Tage bei einer Freunding gewesen, davor Besuch von Freunden, die mit ihren Kindern bei uns waren). Hier und dort, rastlos und vielfach unterwegs fühlte ich mich eher nach einer PFZ (persönlicher Fürsorgezeit), nach Raum und Ruhe, Stille, Innehalten, Dasein und Zeit für mich. Ich hatte diese Impulse übergangen, die zart schon eine Weile in mir klangen. Ich spürte, was ich wünschte, doch meine Entscheidungen waren damit nicht im Einklang.

Während der Fahrt zu André spüre ich diese Erkenntnisse und Impulse in aller Deutlichkeit, also machen sie mich auch darauf aufmerksam. Ich werde im Außen aufmerksam gemacht (durch Spiegel). Statt mir selbst diesen Raum zu schaffen, bewege ich mich zu André nach Hamburg und bin teilweise im Wiederwillen mit mir selbst und dem, was ich tue. Wem mache ich es hier recht? Ich will ihn ja sehen und mit ihm sein, doch übergehe ich meinen leise flüsternden Impuls, der mich auf meine höchste Priorität aufmerksam macht. Als ich in der Haltung der Ablehnung bin und mich nicht angenommen, dafür allein fühle, da wird mir bewusst, dass ich mit meinem Missmut nicht zu ihm sprach, sondern zu mir selbst. Es war keine Botschaft an ihn, sondern an mich!

Als ich André von alldem erzähle, erzählt er von seiner Idee bezüglich Paaren, wenn sie in Du-Botschaften sprechen, es umzudrehen und auf sich selbst zu beziehen. Au „Du machst mit mir das…“ wird „Ich mache mit mir das“. Dies ließe sich dann noch zu einer weiterenr Umkehrung formulieren: „Ich mache mit dir das…“. Was du dir tust, tust du eben auch anderen. Die Energie, mit der du dir begegnest fließt auch anderenzu. Auch diese Umkehrung trifft zu, wenn man schon so mit sich selbst umgeht, trägt man es auch an andere heran. Die Verantwortung des Partners besteht nicht darin, dich glücklich zu machen. Ich selbst gab mir nicht Raum, ich selbst fühlte mich (mit mir) allein, weil ICH nicht für mich da war. Die an mich selbst gestellten (hohen, hochgetürmten) Erwartungen und Anforderungen sind groß und lassen es oft nicht zu, einfach nur ich zu sein, dem Raum, Weite, Dynamik und Vertrauen zu geben und somit offen zu halten für meine Wünsche. Ich selbst stehe mir im Weg, wenn ich stets etwas tue, was gegen mich wirkt. Mein Impuls sagt: Sei in der Natur und ich fahre los, um mit André zu sein, und begebe mich in die Stadt. Damit verbaue ich selbst andere Möglichkeiten. Ich selbst habe diesen Raum klein gemacht. Ich selbst bin es, die ihn weit, leicht, selbstliebend öffnen kann, will und werde. Dieses tiefe Muster möchte ich zur Auflösung/Transformation/Wandlung in den Reinigungsprozess des Blutens/Mensturierens geben und mich bewusst energetsich, geist-seelisch und körperlich davon lösen und reinigen.

Meine Blutung steht nur einen Tag bevor und so gebe ich dies gewillt in den Reinigungsprozess mit ein. Nicht nur dass ich es löse und in den reinigenden Fluss des Blutes gebe, sondern ich ersetze dies mit einer starken Affirmation, die statt dessen Platz und Raum in mir einnimmt: Ich bin voll und ganz für mich da in tiefer Selbstliebe und erkenne die feinen Signale und Impulse und nehme sie an, um meinen Raum anziehend, kraftvoll, strahlend zu halten. Danke! Danke! Danke!

Schreib mir gern, was dieser Beitrag in Dir bewegt und auslöst! Welche tiefen Muster liegen in dir? Willst du damit auf die hier geschilderte Weise verfahren und mir von Deinen Erfahrungen und Erkenntnissen schreiben? 

Herbst- und Herzliche Grüße

Anna-Verena