„Hätte ich eine Begegnung mit einer Frau, so würde ich mir wünschen etwas wie dies von ihr zu lesen.“

„So wundervoll echt und ehrlich.“

„Das schönste was ich je gelesen habe.“

„Dies beinhaltet so viel Vertrauen.“

„Du bist eine so mutige und klare Frau.“

Die rote Libelle

Es ist ein Tag im Spätsommer und das Wetter schon leicht herbstlich. Ich sitze vergnügt im wundervollen Garten meiner lieben Freundin Maxi die an diesem Wochenende ein Musikgartenfest veranstaltet. Es sind so viele liebe Menschen um mich herum, es gibt köstliche Speisen und wundervolle Musik ringsherum. Am Abend zuvor hatte ich eine Unterhaltung mit dem Musiker der gerade spielt und ich erinnere mich daran, wie gerührt er war als das Gespräch auf meine Kinder fiel und die Verantwortung der Väter, die sie nicht einnahmen in dem Rahmen wie mein Herz es wünscht. Er sagte zu mir:“ Das was die Männer als Privileg erachten im Sinne des Nicht Teil Habens an der Beziehung zu (ihren) Kindern ist im Grunde Selbstbetrug.“
Ich komme ins grübeln und meine Gedanken schweifen ab.

Der Vater meines Sohnes hat ihn in nun fast 14 Jahren dreimal gesehen und Zeit mit ihm verbracht. Der Vater meiner Töchter ist viel und permanent unterwegs, hat sein eigenes Business in welches viel Zeit und Energie fließt und selbst wenn er zuhause ist, ist er auch nicht richtig da. Auch er übernimmt keine wahre Verantwortung für seine Kinder. Er taucht nicht ein in das Sein mit Ihnen. Daher habe ich mich aus dieser Partnerschaft gelöst.
Ich löste mich aus beiden Partnerschaften und trage beiden Männern eine große Liebe gegenüber in mir. Denn es ist aus ihrem eigenen Schmerz oder Unwissen heraus, das sie auf diese Weise leben und handeln.

Ich entschied mich beim lösen aus der letzten Partnerschaft ganz bewusst, dass ich einen Partner an meiner Seite wünsche der voll in die Verantwortung gehen kann. Nicht weil ich es allein nicht kann sondern WEIL ich es alleine kann, möchte ich jemanden an meiner Seite der dies mit mir lebt. Das bezieht auch andere Bereiche mit ein, wie einander halt geben, Offenheit, Klarheit, Berührung, Authentizität, Wertschätzung, Kommunikation, Sexualität, Gottvertrauen, Lebensfreude, Einklang.
Ich habe früher oft im anderen das gesucht was bei mir selbst nicht war oder ich mir nicht geben konnte. Jetzt lade ich einen Partner ein der keine mir inne liegenden, fehlende Aspekte kompensieren soll, die ich nicht geben kann.
Denn ich weiß um das was in mir liegt und ich habe viel zu geben und bin so bereit und gewillt es zu geben. Ich weiß ebenso das ich so viel zu empfangen habe und bin so bereit und gewillt es zu empfangen.
Ein gleichwertiges fließen, wachsen und lieben.
Ich wähle jemanden der sich entscheidet sein Herz zu befreien, der seine Wunden heilen will anstatt sie innerhalb seiner Mauern einzubalsamieren, ich wähle jemanden, der bereit ist zu lieben, der mich als Ergänzung und Erweiterung seines inneren Tempels betrachtet, der Harmonie will, der freundlich ist zu allen Wesen, der versteht das Liebe heilig ist und dass, wenn Körper sich berühren, die Seelen sich verbinden, und ihre Energie in einem göttlichen Akt einen/teilen, der sein Licht anbietet- ich wähle jemanden an meine Seite der auch all das von mir zu empfangen bereit ist.
Ich wähle ein gegenseitiges zusammen halten. So bewusst und deutlich habe ich bisher nichts in meinem Leben formuliert und entschieden.

Ein Paar mit einer wunderschönen Ausstrahlung erscheint auf der Feier und ich beobachte die beiden hin und wieder. Sie ist eine starke, sehr präsente und hübsche Frau. Er ist ein starker, in sich ruhender und hübscher Mann. Als ich sie später zusammen tanzen sehe, hüpft mein Herz und ich fühle so eine Verbundenheit zwischen ihnen. Eine Sängerin steht im großen Garten unter einer Kastanie und singt zu flotter Gitarrenmusik und Kachon. Dann finden gemeinsame Tänze statt und wir stellen uns in einem großem Kreis zum Kreistanz auf.
Beim Kreistanz steht der Mann, den zuvor ich beobachtet habe, zu meiner linken Seite. Als wir uns alle die Hände reichen und er meine Hand nimmt, fühle ich eine wundervolle Energie. Innerlich sage ich in diesem Augenblick so sehr Ja zu dieser Art der Verbundenheit und des miteinander Seins, diese Art von Partnerschaft wo beide einander halten, einander dienen, einander geben, einander lieben!
Es strömt ein irres kribbeln durch mich hindurch wie tausend kleine Energieschübe die sich in mir entladen wie ein freudiges Feuerwerk.
Meine Hand, die in seiner liegt spürt einen leichten Druck und ich sehe auf zu ihm, der sie auf so wundervolle Weise hält. Er lächelt und deutet mit seinem Blick auf unsere Hände: Dort wo seine Hand meine hält, thront eine im Sonnenlicht schimmernde, große, rote Libelle.

Wenige Tage später habe ich Besuch. Ein junges Paar, die junge Frau schwanger, ist zu besuch.
Ich unterhalte mich mit dem Mann. Er ist ein feiner, sehr sensitiver und fühlender Mann mit einer scharfen Wahrnehmung und erzählt mir davon, welche Wünsche seine Partnerin derzeit an ihn heran trägt, dass ihn dies erschöpft und anstrengt doch er so gewillt ist ihr all das zu geben, denn er weiß das sie das gerade braucht- ihn- und diese Sicherheit und all das andere. Er gibt ihr alles, auch wenn sie sich umentscheidet, neues hinzukommt. Er hält ihren Raum. Mich berührt das so sehr. Als ich einer Freundin davon berichte ist sie gerührt und begeistert von dieser Beziehung. Mir begegnen derzeit so tief wertschätzende Beziehungen und männliche und weibliche Aspekte in Einklang. Nein, dort ist nicht alles rosig. Aber beide sind so bereit das anzunehmen und mit zu tragen. IN Liebe.

Und dann fällt der Blick von dort wieder auf mich: Ich bin ALL EIN.
Ja ich trage eine große Sehnsucht in mir nach Wahrhaftigkeit, nach echten Kontakten, Begegnungen, Freundschaften und sie sind bereits da. Einige Freundschaften haben sich in den letzten Monaten in neue Dimensionen entwickelt und sind so nah und voller Liebe.
In dieser Zeit spüre ich sehr deutlich das Beziehung zwischen Mann und Frau sich wandelt und deutlich anders schwingt. Ich erlebe so viele Männer in ihrem echten Gefühl und das sie sich darin richtig zeigen können und dadurch erst ihre Männlichkeit auflebt. Männer tragen etwas sehr dienliches in sich und bei vielen Begegnungen gerade in der letzten Zeit kommt dies sehr deutlich zum Vorschein. Sie geben diesem Aspekt viel Raum.

Und obwohl- oder gerade weil – mir von männlicher Seite (vorerst) eine Tür verschlossen ist (dies lässt mich auch einfach wieder deutlicher spüren wie ich mich sehne und hinwünsche, hingeben möchte) schreibe ich dies für dich- die wundervolle, zarte und doch starke Frau, die ebenfalls lieben will aus, mit und in all diesen Aspekten, die du leben willst eine solche intensive, echte Partnerschaft und innigste, heilige Verbundenheit. Und für dich, du hübscher, feiner, Raum gebender und haltender Mann, der sich eine Frau wünscht, die all dies in ihrem Herzen und zu dir trägt.

Und so wandle ich mit meiner mir inne liegenden Sehnsucht, Trauer, unerfüllten Partnerschaft ( sie begegnet mir doch, auch wenn sie mich selbst ((noch)) nicht betrifft und erreicht auf physischer Ebene- denn auf geistiger Ebene ist es da) und schwanke zwischen suchen und angekommen sein. Denn die Liebe in mir IST. Ob ein Mann an meine Seite kommt der sie zu halten, nehmen und wieder geben vermag?
Sie ist. Ob er nun da ist oder nicht- oder doch…Sie ist ALL EIN – die Liebe – in mir- ich.
Und als ich weitere Tage später fernab von all diesen Gedanken bin begegnet mir plötzlich wieder auf eine ganz unerwartete Weise eine rote Libelle.
Ich bin ALL EIN – ich bin eins mit allem und meine Liebe fließt!

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